ELENA – der elektronische Entgeltnachweis (12/2009)

Ab Januar 2010 sind alle Arbeitgeber gesetzlich zur monatlichen elektronischen Übermittlung des MVDS (Multifunktionaler Verdienstdatensatz) an die ZSS (Zentrale Speicherstelle) der Deutschen Rentenversicherung in Würzburg verpflichtet. Diese Verpflichtung ergibt sich aus dem SGB IV § 97.


Mit diesem Verfahren soll schrittweise das Bescheinigungswesen entfallen. Behörden und Gerichte können ab 2011 mit Zustimmung des betroffenen Arbeitnehmers die notwendigen Informationen von der Zentralen Speicherstelle abrufen. Für das Kalenderjahr 2011 werden die entsprechenden Bescheinigungen als Datei und in Papierform erstellt. Ab 2012 entfallen zunächst die Bescheinigungen der Bundesagentur (Arbeitsbescheinigung, Nebeneinkommensbescheinigung u. a.) und die Wohngeld-bescheinigung.

Die Datensicherheit wird durch Verschlüsselung und Entkoppelung der Versicherungsnummer gewährleistet. Die Versicherungsnummer wird von der Datenlieferung durch eine vorläufige Identifikationsnummer ersetzt. Um eine hohe Datensicherheit zu erhalten, werden die Daten und Versicherungsnummern getrennt von unterschiedlichen Institutionen verwaltet. Der Datenbestand wird von der Deutschen Rentenversicherung in Würzburg geführt, während die Zugriffsrechte von der Informationstechnischen Servicegesellschaft der gesetzlichen Krankenversicherung verwaltet werden.

Ein Datenzugriff ist ohne Freigabe des betroffenen Arbeitnehmers mittels qualifizierter Signaturkarte (elektronische Unterschrift) nicht möglich.

Der multifunktionale Verdienstdatensatz enthält:

  • Adresse und Betriebsnummer des Arbeitgebers
  • Name und Anschrift des Beschäftigten
  • Geburtstag und Versicherungsnummer
  • Fehlzeiten des Arbeitnehmers
  • Angaben zur Befristung
  • Angaben zum Beschäftigungsende
  • Alle Arbeitsentgelte
  • Angaben zu Ausbildungsverhältnissen

Die Angaben zum Arbeitsentgelt werden differenziert nach steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Kriterien.

Ab Januar 2010 benötigen wir zur ordnungsgemäßen Übermittlung von Ihnen, frühzeitig, detaillierte Informationen zu Ausbildungsverhältnissen, Befristungen und Beschäftigungsende.

  • Für Ausbildungsverhältnisse muss bei Beschäftigungsbeginn das voraussichtliche Ende der Ausbildung gemeldet werden.
  • Bei befristeten Arbeitsverhältnissen muss das Ende der Befristung spätestens 3 Monate vor dem Ende der Befristung gemeldet werden. Bei kürzeren Befristungen muss das Ende bereits mit dem Beginn der Beschäftigung gemeldet werden.
  • Bei Beschäftigungsende müssen alle Angaben zur Kündigung gemeldet werden, die auf einer Arbeitsbescheinigung eingetragen werden.
  • Für kurzfristig und geringfügig Beschäftigte entfällt die Angabe von Kündigungsgründen.

Neue Rechengrößen Jahreswerte - Monatswerte in Klammern

Die Beitragsbemessungsgrenzen kennzeichnen den Verdienst, bis dessen Höhe Beiträge erhoben werden. Verdienste oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen bleiben beitragsfrei. Für Einmalzahlungen gelten Sonderregelungen.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist der Grenzwert, ab dem eine freiwillige bzw. private Kranken- und Pflegversicherung möglich ist. Seit dem Jahr 2007 müssen die Jahresarbeitsentgeltgrenzen der letzen

3 Jahre und die des laufenden Jahres überschritten werden. In den letzten 3 Jahren wurden folgende Grenzwerte festgelegt:

2007= 47.700,00 €

2008= 48.150,00 €

2009= 48.600,00 €

Beitragssätze Versicherungszweig Beitragssatz

  • Gesetzliche Krankenversicherung (allgemein) 14,90 %
  • Gesetzliche Krankenversicherung (ermäßigt) 14,30 %
  • Allgemeine Rentenversicherung 19,90 %
  • Arbeitslosenversicherung 2,80 %
  • Insolvenzgeldumlage 0,41 %
  • Pflegeversicherung 1,95 %
  • Pflegeversicherung Kinderlose 2,20 %

Zum Jahreswechsel benötigen wir einige Informationen und Unterlagen

Anträge zur Abgabe der Ausgleichsabgabe für Betriebe mit mehr als 20 beschäftigten Arbeitnehmern.

Gegebenenfalls neue Beitragswahl zur U1 (Umlage für Entgeltfortzahlung in Betrieben mit bis zu 30 Vollarbeitsplätzen)

Mitarbeiterangaben

  • Lohnsteuerkarten für das Kalenderjahr 2010
  • Neue Mitgliedsbescheinigungen der Krankenversicherung bei Krankenkassenwechsel
  • Mitgliedsbescheinigungen für privat krankenversicherte Mitarbeiter, wenn entsprechende Voraussetzungen vorliegen
  • Arbeitnehmer, die erstmalig aus der Versicherungspflicht ausscheiden und in die private Krankenversicherung wechseln, müssen eine Bescheinigung zur Erlangung des Arbeitgeberanteils vorlegen (Beitragsmitteilung der PKV)
  • Mitgliedsnummer für Mitarbeiter, die in einer berufständigen Versorgungseinrichtung versichert sind – Versorgungswerke sind berufständige Versorgungseinrichtungen, welche die Deutsche Rentenversicherung für bestimmte Berufsgruppen ersetzt.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeitern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2010.

Lohndata-Team

Ihr Partner für die Lohnabrechnung / Gehaltsabrechnung / Baulohn / BAT / TVöD


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