Der Jahreswechsel 2014 / 2015 (01/2015)

Zum Jahreswechsel 2014 / 2015 ergeben sich wie in den vergangenen Jahren einige Änderungen. Neben den Anpassungen der Versicherungspflichtgrenzen und Beitragsbemessungsgrenzen sind die Übergangsregelungen von 2013 ausgelaufen. Außerdem werden ab Januar 2015 die „kassenindividuellen Zusatzbeiträge“ eingeführt.

Die neuen Rechengrößen in der Sozialversicherung

 

Rechtskreis West

Rechtskreis Ost

 

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Kranken-  und Pflegeversicherung

4.125,00 €

49500,00 €

4.125,00 €

49.500,00 €

Renten- und Arbeitslosenversicherung

6.050,00 €

72.600,00 €

5.200,00 €

62.400,00 €

Versicherungspflichtgrenze allgemein

4.575,00 €

54.900,00 €

4.575,00 €

54.900,00 €

Versicherungspflichtgrenze Bestand

4.125,00 €

49.500,00 €

4.125,00 €

49.500,00 €

Die Beitragsbemessungsgrenzen sind die Höchstwerte für laufende Arbeitsentgelte von denen Beiträge zu den einzelnen Sozialversicherungszweigen berechnet werden.

Die Versicherungspflichtgrenze stellt den Wert dar, bis zu dem die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung besteht. Die allgemeine Versicherungspflichtgrenze gilt für alle Arbeitnehmer, die nicht bereits am 31.12.2002 privat oder freiwillig versichert waren. Zu den Bestandsfällen werden die Arbeitnehmer gezählt, die bereits am 31.12.2002 privat oder freiwillig versichert waren. Beschäftigte, deren Jahresarbeitsentgelte die Versicherungspflichtgrenze des laufenden Jahres (2014)  und die des Folgejahres (2015) überschreiten, scheiden aus der gesetzlichen Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung aus. Diese Personen sind verpflichtet sich freiwillig in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse zu versichern.

 Die Beiträge zur Sozialversicherung  

  • Krankenversicherung                        Arbeitgeber 7,30 %            Arbeitnehmer 7,3 %  
  • Pflegeversicherung                           Arbeitgeber 1,175 %          Arbeitnehmer 1,175 % ggf. + 0,25 %
  • Pflegeversicherung*)                        Arbeitgeber 0,675 %          Arbeitnehmer 1,675 % ggf. + 0,25 %
  • Rentenversicherung                         Arbeitgeber 9,35 %           Arbeitnehmer  9,35 %
  • Arbeitslosenversicherung                 Arbeitgeber 1,50 %           Arbeitnehmer  1,5 %
  • Insolvenzgeldumlage                         Arbeitgeber 0,15 %
  • Künstlersozialabgabe                        Arbeitgeber 5,20 %
  • Arbeitgeberausgleich U1, U2             Arbeitgeber je nach Umlagekasse / Krankenkasse

 *) Versicherungsbeiträge Bundesland Sachsen

In der Pflegeversicherung sind Erhöhungen von 0,5 % bereits im Koalitionsvertrag vereinbart. Zum1. Januar 2015 wird der Beitrag zunächst um 0,3 % und in einem weiteren Schritt ab Januar 2017 um weitere 0,2 % erhöht. Der Krankenversicherungsbeitrag bleibt für die Arbeitgeber festgeschrieben.

Kassenindividuelle Zusatzbeitragssätze (KIBS)

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz — GKVFQWG) wurde festgelegt, dass die Krankenkassen einen „kassenindividuellen Zusatzbeitrag“ erheben müssen, wenn sie mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Für die Fälle, in denen ein Dritter die Beitragszahlung übernimmt (ALG I, ALG II, Arbeitgeber bei Geringverdiener), gilt der durchschnittliche Zusatzbeitrag und zwar unabhängig davon, ob die Krankenkasse tatsächlich einen Zusatzbeitrag erhebt. Der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz wird vom Arbeitgeber einbehalten und mit den paritätischen Beiträgen an die Krankenkasse abgeführt. Der durchschnittliche kassenindividuelle Beitragssatz (DuBs) beträgt für das Kalenderjahr 2015 bundesweit 0,9 %. Der durchschnittliche kassenindividuelle Beitragssatz wird jeweils im November eines Jahres vom Schätzerkreis bekanntgegeben.

Erhebt eine Krankenkasse einen individuellen Zusatzbeitragssatz, haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht. Für das Kalenderjahr 2015 haben alle Arbeitnehmer das Sonderkündigungsrecht, wenn die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Tatsächlich erheben fast alle Kassen einen Zusatzbeitrag zwischen 0,3 % und 1,3 %, lediglich 2 Betriebskrankenkassen erheben keinen Zusatzbeitrag, diese sind jedoch nur regional wählbar. Nähere Informationen zu den Zusatzbeiträgen erfahren Sie im Internet unter

http://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/kein-zusatzbeitrag

Beispiel:               Die Krankenkasse erhebt ab 1. Januar 2015 einen KIBS von 1,2 %

                               Kündigungsfrist bis zum 31. Januar 2015

                               Mitgliedschaft bis zum 31. März 2015 (2 volle Monate nach der Kündigungsfrist)

                               In der Kündigungsfrist muss der KIBS gezahlt werden!

Ende der Übergangsfrist für bestimmte Gleitzonenbeschäftigungen

Beschäftigte, die am 31.12.2012 ein monatliches Entgelt zwischen 400,01 € und 450,00 € erzielt haben, werden ab 1. Januar 2015 zu geringfügig Beschäftigten. Hier gibt es auch keine Ausnahmen.

Die Konsequenz hieraus ist, dass die Beschäftigten nicht mehr kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungspflichtig sind. Vielmehr zahlt der Arbeitgeber 13 % pauschalierte Beiträge zur Krankenversicherung an die Bundesknappschaft. Für die Rentenversicherung werden vom Arbeitgeber 15 % pauschal an die Bundesknappschaft gezahlt. Für den Beschäftigten fällt in der Regel ein Rentenversicherungsbetrag von 3,7 % an. Der Arbeitnehmer kann jedoch die Rentenversicherungspflicht mittels Antrag an den Arbeitgeber abwählen.

Für Beschäftigte, deren monatliches Entgelt am 31.12.2012 zwischen 800,01 € und 850,00 € betrug, ändert sich nichts. Ein Antrag zur Anwendung der Gleitzone konnte bis zum 31.12.2014 beim Arbeitgeber gestellt werden. 

Betriebsveranstaltungen

Für Betriebsveranstaltungen gelten die 110,00 € nunmehr als Freibetrag und nicht wie bisher als Freigrenze. Damit sind nur die Beträge steuer- und sozialversicherungspflichtig, die den Freibetrag übersteigen. Wie bisher können die übersteigenden Kosten mit 25 % pauschalversteuert werden, dann besteht keine Sozialversicherungspflicht.

Der Mindestlohn ist da….

Das Mindestlohngesetz (MiLoG) ist seit dem 1. Januar 2015 in Kraft getreten. Mit wenigen Ausnahmen und Übergangsregelungen haben alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf 8,50 € je geleistete Arbeitsstunde. Selbstverständlich auch für solche Zeiten, in denen der Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung verpflichtet ist – Entgeltfortzahlung wegen Krankheit, Urlaub und Feiertag. Wir informierten hier im Juli und November 2014.

Ausnahmeregelungen in denen der Mindestlohn nicht verpflichtend ist:

  • Jugendliche ohne Berufsausbildung bis zum vollendeten 18. Lebensjahr
  • Auszubildende
  • Praktikanten, die nach einer Studienordnung ein verpflichtendes Praktikum ausüben
  • Praktikanten, die ein Berufsorientierungspraktikum ausüben bis zu 3 Monaten. Dauert ein solches Praktikum mehr als 3 Monate (vorhersehbar oder durch individuelle Verlängerung), so ist der Mindestlohn von Beginn an fällig!
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten

Übergangsregelungen

  • Branchen in denen bereits ein allgemeinverbindlicher Mindestlohn (Tarifvertrag) am 31.12.2014 bestand, welcher unter 8,50 € je Stunde liegt, haben bis spätestens 31.12.2017 weiterhin Bestand.
  • Für Zeitungszusteller besteht eine Übergangsregelung bis 31.12.2017 (2015 = 75 % des Mindestlohns, 2016 = 85 % des Mindestlohns).

Prinzipiell gilt der bereits bestehende Mindestlohn, wenn dieser höher als der gesetzliche

Mindestlohn von 8,50 € ist.

Neuer Mindestlohn im Bauhauptgewerbe ab 1. Januar 2015

In den neuen Bundesländern beträgt der Mindestlohn 10,75 € je Stunde - es gibt auch nur noch die Lohngruppe 1.  In den alten Bundesländern beträgt er 11,15 € je Stunde. Informieren Sie sich gerne ausführlich unter:

https://www.mindestlohn.de/hintergrund/branchenmindestloehne/

 

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