Lohnsteuerkarte in Papierform (12/2010)

Die letzte Lohnsteuerkarte in Papierform wurde für das Kalenderjahr 2010 ausgegeben.

Nach den Lohnsteuerrichtlinien 2011 gelten die Steuermerkmale der Lohnsteuerkarte 2010 uneingeschränkt für das Kalenderjahr 2011 weiter.


Das Ende der Lohnsteuerkarte in Papierform

Die letzte Lohnsteuerkarte in Papierform wurde für das Kalenderjahr 2010 ausgegeben. Nach den Lohnsteuerrichtlinien 2011 gelten die Steuermerkmale der Lohnsteuerkarte 2010 uneingeschränkt für das Kalenderjahr 2011 weiter. Das ist der Start vom ELStAM Verfahren – Elektronische Lohnsteuer-abzugsmerkmale – mit dem der Arbeitgeber ab 2012 die Lohnsteuermerkmale elektronisch abrufen muss.

  • Alle Lohnsteuermerkmale von 2010 gelten bis zum 31.12.2011 uneingeschränkt weiter.
  • Der Arbeitgeber muss die Lohnsteuerkarte 2010 aufbewahren und bei Beschäftigungsende dem Arbeitnehmer zur Abgabe beim Folgearbeitgeber aushändigen.
  • Änderungen kann der Arbeitnehmer bei seinem zuständigen Finanzamt vornehmen lassen, gegebenenfalls erhält der Arbeitnehmer eine Ersatzbescheinigung vom Finanzamt.
  • Bei Neueinstellungen im Kalenderjahr 2011 müssen die Beschäftigten die Lohnsteuerkarte 2010 oder eine vom Finanzamt ausgestellte Ersatzbescheinigung vorlegen. In allen anderen Fällen ist die Steuerklasse VI zu berechnen.
  • Ausnahmeregelung gilt für Auszubildende, die ihre Ausbildung im Jahr 2011 beginnen. Für diese Beschäftigten darf ohne Vorliegen einer Lohnsteuerkarte oder Ersatzbescheinigung die Lohnsteuerklasse I verwendet werden.

Änderung der Lohnsteuerrichtlinien 2011

Die steuerliche und somit auch beitragsrechtliche Behandlung von Unfallkosten, die durch den Arbeitgeber getragen werden, ist erheblich verändert worden. Unabhängig von der Berechnungsmethode (Fahrtenbuch oder 1 % Bruttolistenpreis) stellen die vom Arbeitgeber übernommenen Unfallkosten einen gesonderten – also zusätzlichen – geldwerten Vorteil dar. Das gilt für Privatfahrten uneingeschränkt.

Kein geldwerter Vorteil liegt jedoch vor:

  • wenn der Unfall unvermeidbar war (höhere Gewalt),
  • wenn der Unfall von einem Dritten verursacht (verschuldet) wurde oder
  • wenn sich der Unfall im Rahmen einer Dienstfahrt bzw. auf der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ereignet hat.

Bei einem Schadensfall von bis zu 1.000,00 € je Fall kann der geldwerte Vorteil in die Gesamtkostenrechnung bei der Fahrtenbuchmethode und in die Bewertung nach der 1 Übernahme von Fortbildungskosten durch den Arbeitgeber

Die Übernahme von Fortbildungskosten durch den Arbeitgeber ist steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn die Bildungsmaßnahme im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers ist. Bisher musste die Rechnung an den Arbeitgeber gehen. Ab Januar 2011 darf die Rechnung auch an den Arbeitnehmer gestellt werden. Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass der Arbeitgeber auf der Originalrechnung die Kostenübernahme bestätigt und eine Rechnungskopie den Lohnunterlagen beifügt.

Bewirtungskosten bei auswärtiger Tätigkeit

Veranlasst der Arbeitgeber die Bewirtung bei einer Dienstreise, können die amtlichen Sachbezugswerte verwendet werden. Der Sachbezugswert für ein Frühstück beträgt für das Jahr 2011 weiterhin 1,57 € und für ein Mittag- oder Abendessen 2,83 €. Der tatsächliche Preis je Mahlzeit darf 40,00 € nicht überschreiten.

Neu ab Januar 2011

  • Die Erstattung der Aufwendungen durch den Arbeitgeber muss dienst- oder arbeitsrechtlich vereinbart bzw. vorgeschrieben sein.
  • Die Rechnung muss auf den Arbeitgeber ausgestellt sein.
  • Die bisher vorgeschriebene Vorausbuchung entfällt

Finanzierung der Gesundheitskosten ab 2011

Mit dem GKV – Finanzierungsgesetz wird das System der Finanzierung der Gesundheitskosten umgestellt.

  • Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wird auf 15,5 % angehoben. Der Arbeitgeberanteil beträgt 7,3 %, der Arbeitnehmeranteil beträgt 8,2 % von der beitragspflichtigen Einnahme. Diese Beitragssätze werden festgeschrieben.
  • Die Krankenkassen können ab Januar 2011 bei Bedarf einen Zusatzbeitrag in unbegrenzter Höhe von den Mitgliedern selbst erheben. Kommt der Versicherte mit der Zahlung 6 Monate in Verzug, kann die Kasse als Säumniszuschlag den dreifachen Betrag zusätzlich erheben.
  • Um die Versicherten nicht zu überfordern, findet ein Sozialausgleich statt. Die Belastungsgrenze beträgt 2 % der beitragspflichtigen Einnahmen bis zur Bemessungsgrenze der Rentenversicherung.
  • Auf der Basis des durchschnittlichen Zusatzbeitrages aller Krankenkassen führen die Arbeitgeber, für Rentner die Deutsche Rentenversicherung, den Sozialausgleich durch.

Beispiel:

Der Arbeitnehmer verdient 850,00 € monatlich. Der vom Bundesversicherungsamt festgestellte durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt 18,00 € monatlich.

Sozialausgleich

850,00 x 2 % = 17,00 € Belastungsgrenze

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 18,00 € – 17,00 € = 1,00 € Sozialausgleich

Der Sozialausgleich ist unabhängig davon, ob die einzelnen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben.

Einführung eines Mindestlohnes für das Wach- und Sicherheitsgewerbe

Wach- und Sicherheitsgewerbe
(170.000 Arb.)

Mindestlohn

ab 01/2011

ab 05/2011

Baden-Würtemberg

 

8,46

8,60

Bayern

 

8,00

8,14

Bremen

 

6,99

7,16

Hamburg

 

6,94

7,12

Hessen

 

7,50

 

Niedersachsen

 

7,14

7,26

Nordrhein-Westfalen

 

7,82

7,95

     

ab 03/2012

Rheinland-Pfalz, Saarland

 

6,53

7,00

Schleswig-Holstein

 

6,53

7,00

Ost inkl. Berlin

 

6,53

7,00

 

Der Mindeslohn gilt unabhängig von einer Tarifbindung für alle Beschäftigten des Gewerbes.

Ihr Lohndata – Team


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