Sommerzeit – Ferienzeit – ist die Zeit der Aushilfen (06/2011)

Grundsätzlich kann zwischen 2 Formen der Aushilfsbeschäftigung unterschieden werden:

Geringfügig kurzfristig Beschäftigte

Hierbei handelt es sich um die so genannten Minijobs. Diese Tätigkeiten sind für den Beschäftigten sozialversicherungsfrei, soweit der Monatsverdienst 400,00 € nicht überschreitet. Der Arbeitgeber zahlt an die Bundesknappschaft Pauschalbeiträge in Höhe von 30 % des Arbeitsentgeltes. Für die Krankenversicherung beträgt der pauschale Beitragssatz 13 % und für die Rentenversicherung sind 15 % zu entrichten. Zusätzlich wird eine Abgeltungssteuer von 2 % fällig. Für Betriebe die umlagepflichtig sind fallen nochmals 0,60 % für die U1 und 0,14 % für die U2 an. Der Beitrag zur Krankenversicherung ist nur fällig, wenn der Beschäftigte pflicht-, freiwillig- oder familienversichert ist. Für privatversicherte Arbeitnehmer entfällt der Beitrag zur Krankenversicherung. Anstelle der 2 % Abgeltungssteuer kann auch nach den Steuermerkmalen des Beschäftigten abgerechnet werden. In den Steuerklassen I bis IV fällt keine Lohnsteuern an.

Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass keine weiteren Minijobs bei anderen Arbeitgebern ausgeübt werden. Die Höchstgrenze von 400,00 € monatlich gilt für alle Minijobs eines Beschäftigten. Mehrere Minijobs werden zusammengerechnet.

Beispiel 1:

  • Der Bewerber geht einer Hauptbeschäftigung nach, in der sein Verdienst 2.500,00 € beträgt.
  • Die Nebentätigkeit von 400,00 € ist als Minijob möglich

Beispiel 2:

  • Der Bewerber hat bereits einen Minijob in dem er 250,00 € verdient.
  • Eine Nebentätigkeit kann nur bis 150,00 € als Minijob ausgeübt werden. Liegt der Verdienst darüber, so ist die Tätigkeit steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Achtung!

  • Sie müssen den Mitarbeiter befragen und die Feststellungen zu den Lohnunterlagen nehmen. Benutzen Sie hierzu unseren Fragebogen. Falls die Befragung unterlassen wird, haftet der Arbeitgeber für die eventuell nachzuzahlenden Beiträge.

Kurzfristige Beschäftigungen

Das sind Beschäftigungen innerhalb eines Kalenderjahres, die insgesamt längstens 2 Monate bzw. 50 Tage ausgeübt werden. Diese Beschäftigungen sind in allen Zweigen der Sozialversicherung sozialversicherungsfrei und müssen stets befristet sein. Die Höhe des Arbeitsentgeltes ist nicht begrenzt. Sozialversicherungsfreiheit besteht für solche Beschäftigungen, die nicht berufsmäßig ausgeübt werden. 

Eine kurzfristige Beschäftigung kann – trotz Vorliegens aller Voraussetzungen – dann nicht versicherungsfrei sein, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird. Dies ist der Fall, wenn sie für den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Berufsmäßigkeit liegt z.B. dann vor, wenn die Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres insgesamt zwei Monate oder 50 Arbeitstage überschreiten. Bei der Prüfung der Berufsmäßigkeit werden nicht nur kurzfristige, sondern alle Beschäftigungszeiten berücksichtigt die mehr als nur geringfügig entlohnt sind. Eine parallel ausgeübte Hauptbeschäftigung zählt dabei nicht mit. Grundsätzlich gelten kurzfristig ausgeübte Beschäftigungen von folgende Personengruppen als nicht berufsmäßig:

  • Rentner, Hausfrauen und Hausmänner, Studenten und Schüler

Für die Lohnsteuer sind die Steuermerkmale des Arbeitnehmers maßgebend. In bestimmten Fällen ist eine Pauschalversteuerung möglich. 

Folgende Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein:

  • Der Arbeitslohn darf höchstens 62 Euro täglich betragen. 
  • Die Beschäftigung darf nur gelegentlich an höchstens 18 zusammenhängenden Arbeitstagen ausgeübt werden. 
  • Der Stundenlohn darf höchstens 12 Euro betragen.

Sind die Voraussetzungen für die Pauschalversteuerung erfüllt, wird die Steuer in Höhe von 25 Prozent erhoben. Auch hier kommen die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag hinzu.

Hier ist es zwingend notwendig den Mitarbeiter zu befragen, ob eine weitere kurzfristige Beschäftigung vorliegt. Fordern Sie hierzu unseren Fragebogen ab.

Schüler als Ferienjobber

Die Beschäftigung von Kindern ist grundsätzlich verboten (§ 5 Abs. 1 JArbSchG).

Als Kind im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes gilt, wer entweder noch nicht 15 Jahre alt ist oder noch der Vollzeitschulpflicht unterliegt, vgl. § 2 JArbSchG. Diese dauert je nach Bundesland neun oder zehn Schuljahre.

Das Verbot der Kinderarbeit gilt nicht, für die Beschäftigung von Kindern über 13 Jahren mit Einwilligung der Personensorgeberechtigten und mit leichten für sie geeigneten Arbeiten bis zwei Stunden täglich (in der Landwirtschaft bis drei Stunden). Generell gilt ein Arbeitsverbot zwischen 18 und 8 Uhr und vor oder während des Schulunterrichts (§ 5 Abs. 3 JArb-SchG, Jugendarbeitsschutz). Schüler, deren Beschäftigung nach den vorstehenden Ausführungen erlaubt ist und die in den Schulferien ein Arbeitsverhältnis eingehen, sind echte Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis jedoch befristet ist, sodass das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der vereinbarten Zeit ohne Kündigung endet. Im Übrigen sind die arbeitsrechtlichen Vorschriften anwendbar. Zu beachten sind bei Schülern unter 18 Jahren insbesondere die Arbeitszeit- und Beschäftigungsbeschränkungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes; allerdings ist eine ärztliche Untersuchung nicht für eine geringfügige oder eine nicht länger als zwei Monate dauernde Beschäftigung mit leichten Arbeiten erforderlich, von denen keine gesundheitlichen Nachteile zu befürchten sind.

Auch Schüler, die Ferienarbeit leisten, haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Anspruch auf Urlaub besteht regelmäßig nur nach dem Zwölftelungsprinzip bei Arbeitsverhältnissen, die mindestens einen vollen Monat bestehen.

Ihr Lohndata - Team


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